Poltern-Therapie für Kinder

Was ist Poltern?

Poltern könnte man kurz zusammengefasst als mangelnde Sprechkontrolle bezeichnen: Es zeigt sich vor allem in schnellem und/oder unregelmäßig schwankendem Sprechtempo. Das heißt konkret: Wörter werden ausgelassen oder verschmolzen, Laute, Silben, Wörter oder ganze Phrasen werden verändert und sind für den Gesprächspartner schwer bis gar nicht zu verstehen. Im Kindesalter tritt Poltern sehr oft in Kombination mit Störungen der Sprachentwicklung auf und sind nicht klar voneinander zu trennen. Polternde Kinder zeigen häufig Unflüssigkeiten in Form von Wiederholungen von Silben, Wörtern und Satzteilen, oder lockeren Lautwiederholungen, Satz- und/oder Wortabbrüchen die das normale Maß überschreiten. Poltern verstärkt sich oft zu Beginn der Pubertät.

Poltern

Wie entsteht Poltern?

Aktuell gehen Experten davon aus, dass Poltern erblich bedingt ist. Die genauen Ursachen von Poltern sind allerdings nicht bekannt. In den letzten Jahren wurden Untersuchungen mit der funktionellen Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt.  Dabei zeigten polternde Menschen im Vergleich zu stotternden Menschen im Gehirn andere neurophysiologische Aktivierungen in primär motorischen und prämotorischen Arealen sowie den Basalganglien. Fest steht: Poltern ist keine psychische Störung.

Poltern

Wie helfen wir bei Poltern?

Wir arbeiten durch verschiedene Übungen mit den Kindern an einer indirekten Verbesserung des Polterns. Wenn ein Kind den Aufbau von Wörtern durch Silben lernt, verbessert das die Aussprache und trägt auch zur Verlangsamung des Sprechtempos bei. Eltern werden in die Therapie eingebunden und lernen, unterstützend zu reagieren und das Kind positiv zu verstärken. Hinzu kommen Übungen zur Mundmotorik. Ab einem Alter von etwa neun bis zehn Jahren sind die Inhalte der Kindertherapie für das Poltern denen der Erwachsenen sehr ähnlich, d.h., die Kinder bzw. Jugendlichen lernen das Sprechen zu kontrollieren und in das echte Leben („In-vivo-Training“) zu übertragen.